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Ärger mit teuren Büchern


Der Begriff Faksimile ist der lateinischen Sprache entlehnt (fac simile = das Gleiche tun). Im heutigen Sprachgebrauch wird dieser Begriff verwendet für eine originalgetreue Nachbildung einer Vorlage.

Soweit ein Buch als Faksimile hergestellt werden soll, müssen die gleichen Materialen und Herstellungsmethoden aus der Zeit des Originals zum Einsatz kommen. Diese Tatsache macht die Herstellung aufwendig und damit teuer.

In den letzten Jahren hat sich eine Reihe von Firmen auf den Verkauf von angeblich wertvollen Faksimiles spezialisiert, die sie vornehmlich älteren, ehemaligen Kunden des ehemaligen Buchclubs (Bertelsmann-Konzern) über Hausbesuche zu hohen Preisen zum Kauf anbieten.

In vielen Fällen bieten die Vertreter dieser Firmen auch die Vermittlung eines Bankkredits zur Finanzierung des Ankaufs der Bücher an. Versprochen wird vor dem Verkauf, dass die angebotenen Bücher eine angeblich hohe Wertsteigerung erfahren würden.

Tatsächlich stellen sich die Dinge anders da:

  1. Die bislang geprüften Bücher sind keine originalgetreue Nachbildung einer Vorlage.
  2. Die Bücher werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine hohe Wertsteigerung erfahren.

Ein unabhängiger Experte (Buchauktionator) hat ein Exemplar geprüft und als Imitat bewertet (vgl. WDR-Bericht vom 25.03.2020).

Juristisch kann man Folgendes sagen:

Soweit zwischen dem Wert eines Buches und dem Verkaufspreis ein krasses Missverhältnis besteht, kann der Kauf angefochten werden mit dem Ziel, den Vertrag zurück abzuwickeln (Geld zurück gegen Buch zurück).

Aktuell betreuen wir in unserer Kanzlei knapp 400 Einzelfälle (Datenstand 01. April 2020). Die Erfolgsaussichten müssen individuell geprüft werden. Die bisher erreichten Ergebnisse machen Mut.

 

 

Zu der Thematik sind bislang folgende Presseartikel und TV-Berichterstattungen erschienen*:
 

Servicezeit im WDR v. 25.03.2020
Überteuerte Bücher - perfides Haustürgeschäft

Faksimiles sind originalgetreue Nachbildungen, häufig von handschriftlich erstellten Dokumenten. Solche Faksimiles wurden in letzter Zeit vermehrt an NRWs Wohnungstüren verkauft - und zwar zu horrenden Preisen! Kunden sind vor allem arglose Senioren, die so um ihr Erspartes gebracht werden.

 

DER SPIEGEL v. 28.02.2020
Der miese Trick mit dem Fünf-Kilo-Buch
Vertreter schwätzen leichtgläubigen Menschen an der Haustür angeblich kostbare Klassiker auf. Damit verdienen sie Millionen. Verurteilt werden sie fast nie.

 

BILD v. 17.01.2020
Einsame Seniorin fiel auf Drücker rein

"Man hat mir diese Bücher für 13.000 EURO aufgeschwatzt."

 

NEUE WESTFÄLSICHE v. 24.01.2020
Rentner Opfer von Wucherpreisen (Link deaktiviert)
Das Ausmaß zweifelhafter Haustürgeschäfte mit angeblich wertvollen Meisterwerken wird immer größer. Dahinter verbirgt sich ein Millionengeschäft.

 

LOKALZEIT OWL v. 22.11.2019
Abzocke mit überteuerten Büchern (Link deaktiviert)

 

NEUE WESTFÄLISCHE v. 20.08.2019
Dubiose Haustürgeschäfte mit Bibeln
(Link zu www.Lokalportal.de)
Eine Pensionären erhält den Kaufpreis für ein imitiertes Faksimle des Neuen Testaments zurück. Ihr Anwalt kündigt unterdessen neue Klagen gegen WK Wertkontor an und geht gegen weitere Firmen vor.

 

NEUE WESTFÄLISCHE v. 02.10.2018
Wertkontor erstattet Kaufpreis für angeblich teure Bücher

Seniorin hatte angeblich ein originalgetreues Faksimile gekauft. Gütersloher Firma will offenbar ein Gutachten vermeiden. Weitere Verfahren eingeleitet.

 

NEUE WESTFÄLISCHE v. 01.11.2017
Bibelverkauf der Firma WK Wertkontor: Zeugin unter Druck gesetzt

Klage: Gericht fordert Sachgutachten ein, um den Wert der verkauften teuren Bibel zu ermitteln.

 

NEUE WESTFÄLISCHE v. 18.07.2017
Seniorin verklagt Gütersloher Firma WK Wertkontor

77-Jährige kaufte von WK Wertkontor für 11.300 Euro imitiertes Faksimile des neuen Testaments.

 

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*Artikel chronologisch sortiert - Aufzählung nicht abschließend

 

Sie sind ebenfalls betroffen?


Oder Sie kennen jemanden, der teure Faksimiles erworben hat?
Dann wenden Sie sich vertrauensvoll an uns.
 
 

S•D•K Rechtsanwälte

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